Kälte und feuchte Luft gehören zum Winter dazu. Für viele Menschen ändert sich in dieser Zeit auch der Umgang mit ihren Hörgeräten. Materialien reagieren anders, und manche Abläufe im Alltag brauchen etwas mehr Aufmerksamkeit. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten lässt sich diese Jahreszeit jedoch gut überbrücken.
Hörgeräte arbeiten besonders gut, wenn Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit stabil bleiben. Im Winter treffen jedoch gegensätzliche Bedingungen aufeinander. Kalte Luft ist sehr trocken, während warme Innenräume deutlich feuchter sind. Beim Wechsel zwischen diesen Umgebungen kann sich auf den kühleren Bauteilen des Hörgeräts ein feiner Feuchtigkeitsfilm bilden.
Diese kurzfristige Feuchtigkeit kann Bereiche erreichen, die für die Signalaufnahme oder den Schallaustritt wichtig sind. Das macht sich manchmal durch eine geringere Lautstärke, kurze Aussetzer oder einen verzögerten Start bemerkbar. Solche Veränderungen verschwinden wieder, sobald das Gerät trocken ist, und stellen in der Regel keinen technischen Defekt dar.
Am Morgen hilft ein kurzer Kontrollblick, um spätere Störungen zu vermeiden. Wichtig ist, dass das Hörgerät vollständig trocken ist. Eine Trockenbox oder ein elektronisches Trockengerät entfernt zuverlässig die Feuchtigkeit, die sich am Vortag angesammelt haben kann.
Da niedrige Temperaturen den Energieverbrauch beeinflussen, lohnt auch ein Blick auf Batterie oder Akku. Ein vollständig geladener Akku oder eine frische Batterie verhindert, dass das Gerät unterwegs abschaltet — besonders bei längeren Wegen im Freien.
Auf dem Weg nach draußen ist ein leichter Schutz nützlich, solange die Mikrofonöffnungen nicht verdeckt werden. Am besten eignen sich:
• eine locker sitzende Mütze
• ein Stirnband ohne starken Druck
• dünne Stoffe, die Wind abhalten, aber den Schall nicht blockieren
Damit startet das Gerät unter guten Bedingungen in den Wintertag.
Draußen wirken Wind, Nieselregen oder Schnee schnell auf das Hörgerät. Kurzfristige Feuchtigkeit an Mikrofonöffnungen oder am Schallaustritt kann den Klang gedämpft erscheinen lassen oder zu kurzen Schwankungen führen. Diese Effekte normalisieren sich meist wieder, sobald ein trockener Innenraum erreicht ist.
Unterwegs ist es am besten, das Hörgerät möglichst wenig zu berühren. Feuchte Hände oder nasse Handschuhe bringen zusätzliche Nässe an die Oberfläche. Auch das schnelle Abwischen im Freien verteilt Feuchtigkeit eher, als dass es sie entfernt.
Wenn Kleidung durch Regen oder Schnee stark durchnässt ist, sollte vermieden werden, dass Stoff dauerhaft gegen das Gerät drückt. So gelangt weniger Feuchtigkeit an empfindliche Stellen, und das Hörgerät bleibt möglichst unbeeinflusst, bis es drinnen weiter geprüft werden kann.
Beim Betreten warmer Räume kann sich auf dem kalten Hörgerät erneut Feuchtigkeit bilden. In dieser Phase sollte es kurz abgelegt werden, damit die Feuchtigkeit verdunsten kann. Ein Abreiben ist nicht sinnvoll, da Nässe dabei oft in kleine Öffnungen gedrückt wird.
Für eine vollständige Trocknung eignet sich anschließend eine Trockenbox oder ein elektronisches Trockengerät. Beide erreichen Stellen, die man von außen nicht trocknen kann.
Langfristig besonders empfindlich gegenüber Feuchtigkeit sind:
• Mikrofone
• elektrische Kontakte
• der Schallaustritt
Wenn Feuchtigkeit häufig im Gerät verbleibt, können diese Bauteile auf Dauer beeinträchtigt werden. Eine regelmäßige Trocknung schützt zuverlässig davor.
Auch die Haut im Ohrbereich verändert sich in der kalten Jahreszeit. Draußen trocknet sie schneller aus, drinnen verstärkt die Heizungsluft diesen Effekt. Das kann den Sitz des Hörgeräts verändern oder zu Reizungen führen. Kleine Hautschüppchen gelangen dann leichter in das Ohrstück und beeinträchtigen den Schallaustritt.
Eine leichte Pflege hilft, diese Belastungen zu reduzieren. Die Haut sollte sauber und trocken sein, bevor das Hörgerät eingesetzt wird. Pflegeprodukte dürfen nur sparsam und im äußeren Ohrbereich verwendet werden, damit keine Rückstände ins Gerät gelangen.
Im Winter lohnt es sich zudem, den Sitz etwas häufiger zu prüfen. Silikon-Ohrpassstücke fühlen sich bei Kälte oft fester an, was vereinzelt Druckstellen verursachen kann. In solchen Fällen hilft eine kurze Pause. Bei anhaltenden Reizungen kann eine kleine Anpassung des Ohrpassstücks sinnvoll sein, da Haut und Material auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen unterschiedlich reagieren.
Kälte und Feuchtigkeit fordern die Technik stärker als sonst. Mit der richtigen Pflege bleibt Ihr Hörgerät jedoch zuverlässig – und Ihr Alltag entspannt. Kleine Gewohnheiten machen in dieser Jahreszeit einen großen Unterschied.
Unser Tipp von ohrenGOLD: Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Hörgerät optimal eingestellt ist oder ob die Winterpflege ausreicht, unterstützen wir Sie gern. Eine kurze Überprüfung oder eine Anpassung kann viel bewirken – auch wenn Ihr Hörgerät nicht bei uns gekauft wurde.
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