Ein Zug fährt ein. Bremsen quietschen, Türen öffnen sich, Menschen sprechen durcheinander. Auf dem Bahnsteig entsteht genau dieses Gemisch aus Geräuschen, das sich oft nicht ausblenden lässt. Dann kommt eine Durchsage über den Lautsprecher. Sie hören, dass gesprochen wird, vielleicht auch den Anfang – und genau in dem Moment, in dem es wichtig wird, verschwimmt der Rest im Lärm.
Diese Situation ist kein Ausnahmefall. Sie gehört für viele Menschen zum Alltag. Und genau hier setzt eine neue Technologie namens Auracast an.
Die Technik sorgt dafür, dass bestimmte Audiosignale – zum Beispiel Durchsagen – nicht mehr nur über Lautsprecher im Raum wiedergegeben werden. Sie werden parallel direkt an kompatible Hörgeräte übertragen. Der Bahnsteig wird dadurch nicht leiser, aber die Information bekommt einen zweiten, direkten Weg in Ihr Ohr. Sie muss sich nicht mehr gegen den Lärm durchsetzen, sondern kommt gezielt dort an, wo sie gebraucht wird.
Auracast ist eine Übertragungstechnologie, die auf dem modernen „Bluetooth LE Audio“ basiert. Im Alltag ist das Prinzip schnell greifbar: Eine einzige Tonquelle (wie ein Mikrofon oder ein Fernseher) kann ihren Ton gleichzeitig an unbegrenzt viele Empfänger senden.
Sie entscheiden künftig selbst, welches Signal Sie hören möchten. Das kann eine Durchsage am Gleis sein, ein Vortrag, der Ton eines Fernsehers im Wartezimmer oder eine Führung im Museum. Statt sich darauf zu verlassen, dass die Lautsprecher im Raum gut funktionieren, wählen Sie die Quelle aktiv aus und empfangen den Ton glasklar direkt auf Ihrem Hörgerät. Damit verschwindet die Abhängigkeit von der oft schwierigen Akustik in großen Hallen.
Dass diese Technik keine ferne Zukunftsmusik mehr ist, zeigt ein aktuelles Beispiel: Am 28. Januar 2026 hat die Fraport AG am Flughafen Frankfurt erstmals Auracast für öffentliche Durchsagen eingeführt.
In ausgewählten Bereichen – vor allem an den Gates – werden wichtige Ansagen nun zusätzlich als direkter Audiostream bereitgestellt. Reisende mit kompatiblen Hörgeräten können diese Informationen gezielt empfangen. Gerade an einem so hektischen Ort wie einem Flughafen wird der Nutzen deutlich: Die Umgebung bleibt laut, aber die entscheidende Information über Ihren Flug ist für Sie unabhängig vom Trubel klar verfügbar.
Für viele Nutzer wird es an dieser Stelle oft unübersichtlich. Begriffe wie „modern“, „vernetzt“ oder „Bluetooth-fähig“ werden im Marketing häufig verwendet, sagen aber leider nichts darüber aus, ob Auracast tatsächlich genutzt werden kann.
Es gibt einen wichtigen Unterschied: Viele Geräte werden als „Auracast-ready“ bezeichnet. Das bedeutet lediglich, dass die Hardware theoretisch dazu in der Lage wäre, die Funktion aber noch gar nicht freigeschaltet ist. Wir bei ohrenGOLD legen Wert darauf, dass Sie Technik nutzen, die heute schon funktioniert. Entscheidend ist, ob der Hersteller die Funktion konkret integriert und aktiviert hat („Auracast-enabled“).
Aktuell unterstützen vor allem diese Marken die Technologie so, dass sie im Alltag wirklich nutzbar ist:
Die Modelle Nexia und die neue Plattform Vivia sind Vorreiter. Besonders nutzerfreundlich: Die Vivia-Geräte haben in der App einen „Auracast Assistant“, der Ihnen hilft, verfügbare Tonquellen in der Umgebung zu finden – fast wie die Suche nach einem WLAN-Netzwerk mit dem Handy.
Die Modelle Intent und das winzige Im-Ohr-Modell Zeal unterstützen Auracast ebenfalls (beim Intent ist dafür das Firmware-Update auf Version 1.3.0 nötig).
Die aktuelle IX-Serie (z. B. Pure Charge&Go IX oder Active Pro IX) ist durch ein Software-Update (ab Version 25.5.972.3) bereit für den Empfang von Auracast-Streams.
Hier sind die Modelle Omega AI und Edge AI voll dabei. Über den Assistenten in der App können Sie den Ton empfangen und sogar die Lautstärke ganz individuell für sich anpassen.
In den meisten Fällen wird Auracast derzeit über eine App auf Ihrem Smartphone gesteuert. Dort sehen Sie eine Liste der verfügbaren Audioquellen und wählen aus, was Sie hören möchten. Das bringt viel Freiheit, ist aber ein zusätzlicher Schritt im Vergleich zur alten Induktionsschleife (T-Spule), die viele von Ihnen seit Jahren kennen.
Die Induktionsschleife ist bewährt und einfach: Umstellen, Signal empfangen, fertig. Auracast hingegen bietet mehr Möglichkeiten (wie verschiedene Sprachen bei einer Führung), erfordert aber den kurzen Griff zum Handy. Deshalb sehen wir Auracast aktuell nicht als Ersatz, sondern als eine wunderbare Ergänzung zur klassischen Technik.
Technik zeigt ihren wahren Wert erst dann, wenn man sie selbst im Alltag erlebt. Ob Auracast für Sie heute schon ein echter „Gamechanger“ ist oder ob eine andere Lösung besser zu Ihnen passt, entscheiden wir gemeinsam.
Vereinbaren Sie am besten einen Termin bei uns in Steinheim oder Beilstein. Wir zeigen Ihnen, was Sie wirklich brauchen und von welchen technischen Erweiterungen Sie für Ihren individuellen Lebensstil einen echten Nutzen haben. Kommen Sie zum unverbindlichen Probetragen vorbei und erleben Sie selbst, wie entspannt modernes Hören heute sein kann.
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